Lieber Matthias, was hat dich persönlich motiviert, Teil von Carnot Capital zu werden – und was begeistert dich an unserem Fokus auf Energie- und Ressourceneffizienz?
Ich kenne Carnot Capital seit vielen Jahren – von 2013 bis 2015 war ich bereits Teil des Teams. Der Kontakt ist nie abgerissen, und seit 2021 bin ich auch privat als Investor im «Carnot Efficient Energy» Fonds engagiert.
Mich überzeugt der klare Leitsatz von Carnot Capital: Technologien müssen sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll sein. Dieses Zusammenspiel ist für mich zentral. Gleichzeitig motiviert mich das Ziel, den Markt zu übertreffen und dabei einen messbaren positiven Impact zu erzielen.
Welche Erfahrungen aus deiner bisherigen Laufbahn bringst du ein, die für unsere Portfolios besonders wertvoll sind?
Mein Investmentuniversum hat sich in den letzten Jahren mit dem von Carnot Capital überschnitten – wir standen regelmässig im Austausch über Unternehmen und Markttrends. Mein fundiertes Verständnis für Industrie- und Technologiefirmen ist ein klarer Mehrwert für unser Anlagespektrum. Dazu kommt meine Stärke, neue Technologien analytisch zu durchdringen und ihre Marktpotenziale realistisch einzuschätzen – eine essenzielle Fähigkeit in einem Umfeld, das auf Effizienz fokussiert ist.
Gab es einen Schlüsselmoment, der dein Interesse an nachhaltigen Investments besonders geprägt hat?
Meine Reisen in verschiedenste Regionen der Welt haben mir vor Augen geführt, wie unterschiedlich der Umgang mit Ressourcen ist. In der Schweiz sind wir in Sachen Energieeffizienz bereits gut aufgestellt – global sieht das oft anders aus.
Damit Nachhaltigkeit weltweit Wirkung entfalten kann, müssen Lösungen finanzierbar und skalierbar sein. Zu teure Technologien oder rein theoretische Ansätze helfen nicht weiter. Dieser pragmatische Zugang passt sehr gut zur Philosophie von Carnot Capital.
Wo siehst du in den kommenden Jahren die grössten Chancen für Carnot Capital – sowohl auf Portfolio- als auch auf Unternehmensebene?
Carnot Capital verfügt über treue Kunden und eine starke Positionierung im Markt für Impact-Investments. Die langjährige Spezialisierung auf Energie- und Ressourceneffizienz ist ein Wettbewerbsvorteil, um frühzeitig neue Trends zu erkennen.
Viele Unternehmen unseres Universums haben in den letzten Jahren herausfordernde Phasen erlebt. Doch aktuell sehe ich in mehreren Sektoren eine Trendwende. Diese Phase der Neuorientierung ist eine Chance, gezielt in Unternehmen zu investieren, die vor einem nachhaltigen Wachstumsschub stehen – und so Mehrrenditen für unsere Anleger zu generieren.
Wie siehst du die Rolle börsennotierter Unternehmen in der Transformation hin zu einer energie- und ressourceneffizienten Wirtschaft?
Wir befinden uns an einem Wendepunkt: Die Zeit der Absichtserklärungen ist vorbei – die Realität holt uns ein. Mangellagen, Extremwetter, Schadstoffe in Lebensmitteln – all das zeigt, wie dringlich der Wandel ist.
Börsennotierte Unternehmen spielen eine zentrale Rolle: Mit ihrer Innovationskraft und finanziellen Stärke können sie Lösungen skalieren und echte Wirkung erzielen. Für viele bietet diese Transformation nicht nur eine Verantwortung, sondern auch eine enorme Wachstumschance.
Welche Werte sind dir in der Führung und Zusammenarbeit besonders wichtig – und wie möchtest du diese bei Carnot Capital einbringen?
In einem kleinen Team wie bei Carnot Capital sind unternehmerisches Denken und pragmatisches Handeln entscheidend. Für mich ist ein gemeinsames Ziel der zentrale Anker. Ich lege grossen Wert darauf, Ideen offen zu diskutieren – auf allen Ebenen. Wenn sich alle aktiv einbringen können, bleibt das Unternehmen dynamisch und entwickelt sich kontinuierlich weiter. Genau dieses gemeinsame Vorwärtsgehen möchte ich bei Carnot Capital mitgestalten.
Herzlichen Dank lieber Matthias – Wir freuen uns auf eine nachhaltige Zukunft mit dir.
Der globale Datencenter-Markt wächst ungebremst weiter. Ein massgeblicher Anteil dieses Wachstums stammt von ‘Hyperscale-Datencentern’, welche von grossen Technologiekonzernen wie Microsoft, Google oder Amazon gebaut werden. Die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen verändert die Anforderungen an Datencenter erheblich. Diese Technologien erfordern mehr Rechenleistung und höhere Rack-Dichten, was neue Designs bedingt und die Standortanforderungen erhöht. Zudem steigt die Nachfrage nach «Colocation», d.h. Kapazitäten in der Nähe der Nutzer, um schnellere Ladezeiten zu gewährleisten.
Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
Die Nachhaltigkeit und der Energieverbrauch von Datencentern sind ein zunehmend wichtigerer Aspekt, denn die Energiekosten und Umweltauswirkungen wachsen steil an. Gefordert ist eine Verbesserung der Energieeffizienz, und dafür gibt es mehrere Ansätze:
• Die Kühlung ist der wichtigste Verbrauchsfaktor. Freie Kühlung oder Flüssigkühlung sind gängige Effizienzmassnahmen.
• Die Behebung von Verlusten einer suboptimalen Stromverteilung senkt den Energieverbrauch erheblich.
• Energie für die Infrastruktur erhöht den Energieverbrauch – Gebäudeautomation hilft, diesen Verbrauch zu reduzieren.
• Viele Betreiber von Datencentern setzen auf erneuerbare Energien, um ihren CO2-Fussabdruck zu verringern.
Um in Zukunft «grüne Datencenter» bauen zu können, ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig. Dieser ermöglicht eine optimierte Energieeffizienz und damit sowohl wirtschaftliche wie auch ökologische Vorteile.
Datencenter im Carnot Capital Portfolio
Schneider Electric hat eine Plattform entwickelt, welche Analyse, Überwachung und Automatisierung von Datencentern ermöglicht. Mit knapp 20% Umsatzanteil sind Datencenter ein wichtiger Teil des Kerngeschäfts. Bei ABB und Hubbell beträgt dieser Anteil rund 10% und trägt ebenfalls substanziell zum Umsatzwachstum bei. Instalco, eine skandinavische Installationsfirma, und Energiekontor, die Wind- und Solarprojekte zum Betrieb von Rechenzentren entwickelt, profitieren ebenfalls. Carel schliesslich, eine neue Portfolioposition, entwickelt fortschrittliche Kühlsysteme, welche auf die Anforderungen von Datencentern zugeschnitten sind.